Freitag, 5. Juni 2015

Would you go to bed with me?

Es ist ein Phänomen: Man will, dass er einen will. Man will gewollt werden. Begehrt werden. Man will irgendwie wissen, dass da einer ist, der einen irgendwie will. (Aber irgendwie ja auch nicht.)

Man bekommt vielleicht Anerkennung als Mensch, als Freund, als Tochter, als Schwester oder auch als Karrierefrau. Man ist also wer, man kann was und man weiß, man ist was wert und kriegt es auch irgendwie mitgeteilt. Aber als Frau? So als gewollte Frau? Mit Körper und Charakter? Ja von WEM denn bitte?
Man hat da vielleicht diesen netten Kumpel, der eigentlich in einen verliebt ist, der einem so schöne Komplimente auf den Charakter bezogen machen kann und dem Dinge auffallen, die noch nie ein Mensch zuvor bemerkt hat. Aber man findet ihn leider sexuell gänzlich unanttraktiv. Und dann im Club ein x-beliebiger Typ, der so gut knutschen kann und einen ganz schön scharf findet. Dass er außen hui und innen pfui ist, muss ich ja nicht extra erwähnen, sonst hätte er ja einen Namen und keine Nummer. Aber wo ist der Typ, der beides vereint? Mr. Right (now). Aber geht es hier überhaupt um ihn?

Ist es nicht vielmehr eine Frage des weiblichen Egos? Der immerwährende Wunsch der Frau als eine solche anerkannt und gesehen zu werden? Und nein, ich spreche hier nicht von der Wahrnehmung unserer Brüste, ich spreche von der Frau als Gesamtpaket. (Mit Brüsten, ja). Liegt dieser Wunsch, dieses Bedrüfnis, diese Sehnsucht der weibliche Biologie zugrunde oder ist sie ein Phänomen unserer Gesellschaft? Selbst die Autorinnen des frühen Feminismus schrieben Bücher, in denen die Protagonistinnen sich vor Hunger nach Liebe verzehren. Von einem Mann zu nächsten, immer auf der Suche nach dem höchsten der Gefühle: Der wahren Liebe. Oder wenigstens einer von ihnen.

Ist die Sehnsucht nach Liebe das gleiche wie das Verliebtsein ins Verliebtsein? Ist die Suche nach der wahren Liebe das gleiche, wie die Suche nach der Anerkennung als Frau?

I've noticed you're around
I find you very attractive

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