Es ist ein Phänomen: Man will, dass er einen will. Man will gewollt werden. Begehrt werden. Man will irgendwie wissen, dass da einer ist, der einen irgendwie will. (Aber irgendwie ja auch nicht.)
Man bekommt vielleicht Anerkennung als Mensch, als Freund, als Tochter, als Schwester oder auch als Karrierefrau. Man ist also wer, man kann was und man weiß, man ist was wert und kriegt es auch irgendwie mitgeteilt. Aber als Frau? So als gewollte Frau? Mit Körper und Charakter? Ja von WEM denn bitte?
Man hat da vielleicht diesen netten Kumpel, der eigentlich in einen verliebt ist, der einem so schöne Komplimente auf den Charakter bezogen machen kann und dem Dinge auffallen, die noch nie ein Mensch zuvor bemerkt hat. Aber man findet ihn leider sexuell gänzlich unanttraktiv. Und dann im Club ein x-beliebiger Typ, der so gut knutschen kann und einen ganz schön scharf findet. Dass er außen hui und innen pfui ist, muss ich ja nicht extra erwähnen, sonst hätte er ja einen Namen und keine Nummer. Aber wo ist der Typ, der beides vereint? Mr. Right (now). Aber geht es hier überhaupt um ihn?
Ist es nicht vielmehr eine Frage des weiblichen Egos? Der immerwährende Wunsch der Frau als eine solche anerkannt und gesehen zu werden? Und nein, ich spreche hier nicht von der Wahrnehmung unserer Brüste, ich spreche von der Frau als Gesamtpaket. (Mit Brüsten, ja). Liegt dieser Wunsch, dieses Bedrüfnis, diese Sehnsucht der weibliche Biologie zugrunde oder ist sie ein Phänomen unserer Gesellschaft? Selbst die Autorinnen des frühen Feminismus schrieben Bücher, in denen die Protagonistinnen sich vor Hunger nach Liebe verzehren. Von einem Mann zu nächsten, immer auf der Suche nach dem höchsten der Gefühle: Der wahren Liebe. Oder wenigstens einer von ihnen.
Ist die Sehnsucht nach Liebe das gleiche wie das Verliebtsein ins Verliebtsein? Ist die Suche nach der wahren Liebe das gleiche, wie die Suche nach der Anerkennung als Frau?
I've noticed you're around
I find you very attractive
Freitag, 5. Juni 2015
Der Verlust der Magie
Kennt ihr das noch, wo ihr vor euren Dates schon Tage vorher unglaublich aufgeregt wart, sodass euch richtig schlecht war? Ihr zwischen Vorfreude und glückseeliger Ungewissheit euch den Tag/Abend vorgestellt und euer Outfit geplant habt? Wo jeder Moment des eigentliches Dates einen besonderen Zauber inne hatte und alles irgendwie magisch und besonders war? Alles neu und einzigartig? Ja? You lucky kid.
Ich bin an einem Punkt, wo ich so viele (blöde) Dates hatte, dass für mich die Magie abhanden gekommen ist. Ich freue mich nicht Tage vorher schon darauf, sondern überlege eher, wie ich es Date so in meinen Alltag schieben kann, dass ich auf nichts anderes verzichten muss und auch, wie ich mich währenddessen am besten selbst amüsieren kann (Ich muss nicht extra erwähnen, dass letzterer Punkt Bier beinhaltet oder?). Das Outfit werfe ich kurz vorher zusammen, manchmal ziehe ich mich nichtmal mehr dafür um, sondern lasse an, was ich eh schon an hatte. Was nicht heißen soll, dass ich jemals achtlos und nachlässig gekleidet zu einem Date gehen würde. Gut aussehen selbstverständlich. Ego und so. Nur eben nicht ganze Date-Manier mit der klassischen Gesichtsmaske und extra Maniküre-Tour. Der Kerl kriegt nix extra. Das muss er sich erstmal verdienen.
Und dann auch das eigentliche Date selbst ist zu einem 0815-Standard geworden. Immer die gleiche Prozedur, die gleichen Gesprächsthemen, der gleiche Ablauf. Dann sitze ich dort und frage mich, was ich da eigenlich tue. Ich suche nach Dingen, die ich attraktiv finden könnte, während ich gleichzeitig beim Gespräch einschlafe oder mich frage, ob er auch nur das geringste bisschen Empathie und gesunden Menschenverstand besitzt (aka Zeichen des Desinteresses, siehe letzter Post). Und ja, auch wenn die Typen genauso brennend an mir interessiert sind, wie ich an ihnen, erwarte ich ein Mindestmaß an Höflichkeiten. An respektvollen Umgangsformen. Und dann, nach ein paar Bier, wenn ich bei der Verabschiedung denke, dass es doch irgendwie ganz nett war und vielleicht ja bei einem eventuellen zweiten Treffen möglicherweise gegebenfalls der Funke überspringen könnte - ja, dann ist es wiedermal passiert. Ich will, dass er mich will. Aber nicht, weil ich ihn will, sondern nur, weil ich will, dass er mich will. Und drei nachrichtenstille Wochen später habe ich schon seinen Namen vergessen. So wichtig ist mir das.
Ich bin an einem Punkt, wo ich so viele (blöde) Dates hatte, dass für mich die Magie abhanden gekommen ist. Ich freue mich nicht Tage vorher schon darauf, sondern überlege eher, wie ich es Date so in meinen Alltag schieben kann, dass ich auf nichts anderes verzichten muss und auch, wie ich mich währenddessen am besten selbst amüsieren kann (Ich muss nicht extra erwähnen, dass letzterer Punkt Bier beinhaltet oder?). Das Outfit werfe ich kurz vorher zusammen, manchmal ziehe ich mich nichtmal mehr dafür um, sondern lasse an, was ich eh schon an hatte. Was nicht heißen soll, dass ich jemals achtlos und nachlässig gekleidet zu einem Date gehen würde. Gut aussehen selbstverständlich. Ego und so. Nur eben nicht ganze Date-Manier mit der klassischen Gesichtsmaske und extra Maniküre-Tour. Der Kerl kriegt nix extra. Das muss er sich erstmal verdienen.
Und dann auch das eigentliche Date selbst ist zu einem 0815-Standard geworden. Immer die gleiche Prozedur, die gleichen Gesprächsthemen, der gleiche Ablauf. Dann sitze ich dort und frage mich, was ich da eigenlich tue. Ich suche nach Dingen, die ich attraktiv finden könnte, während ich gleichzeitig beim Gespräch einschlafe oder mich frage, ob er auch nur das geringste bisschen Empathie und gesunden Menschenverstand besitzt (aka Zeichen des Desinteresses, siehe letzter Post). Und ja, auch wenn die Typen genauso brennend an mir interessiert sind, wie ich an ihnen, erwarte ich ein Mindestmaß an Höflichkeiten. An respektvollen Umgangsformen. Und dann, nach ein paar Bier, wenn ich bei der Verabschiedung denke, dass es doch irgendwie ganz nett war und vielleicht ja bei einem eventuellen zweiten Treffen möglicherweise gegebenfalls der Funke überspringen könnte - ja, dann ist es wiedermal passiert. Ich will, dass er mich will. Aber nicht, weil ich ihn will, sondern nur, weil ich will, dass er mich will. Und drei nachrichtenstille Wochen später habe ich schon seinen Namen vergessen. So wichtig ist mir das.
Abonnieren
Posts (Atom)