Freitag, 5. Juni 2015

Der Verlust der Magie

Kennt ihr das noch, wo ihr vor euren Dates schon Tage vorher unglaublich aufgeregt wart, sodass euch richtig schlecht war? Ihr zwischen Vorfreude und glückseeliger Ungewissheit euch den Tag/Abend vorgestellt und euer Outfit geplant habt? Wo jeder Moment des eigentliches Dates einen besonderen Zauber inne hatte und alles irgendwie magisch und besonders war? Alles neu und einzigartig? Ja? You lucky kid.

Ich bin an einem Punkt, wo ich so viele (blöde) Dates hatte, dass für mich die Magie abhanden gekommen ist. Ich freue mich nicht Tage vorher schon darauf, sondern überlege eher, wie ich es Date so in meinen Alltag schieben kann, dass ich auf nichts anderes verzichten muss und auch, wie ich mich währenddessen am besten selbst amüsieren kann (Ich muss nicht extra erwähnen, dass letzterer Punkt Bier beinhaltet oder?). Das Outfit werfe ich kurz vorher zusammen, manchmal ziehe ich mich nichtmal mehr dafür um, sondern lasse an, was ich eh schon an hatte. Was nicht heißen soll, dass ich jemals achtlos und nachlässig gekleidet zu einem Date gehen würde. Gut aussehen selbstverständlich. Ego und so. Nur eben nicht ganze Date-Manier mit der klassischen Gesichtsmaske und extra Maniküre-Tour. Der Kerl kriegt nix extra. Das muss er sich erstmal verdienen.
Und dann auch das eigentliche Date selbst ist zu einem 0815-Standard geworden. Immer die gleiche Prozedur, die gleichen Gesprächsthemen, der gleiche Ablauf. Dann sitze ich dort und frage mich, was ich da eigenlich tue. Ich suche nach Dingen, die ich attraktiv finden könnte, während ich gleichzeitig beim Gespräch einschlafe oder mich frage, ob er auch nur das geringste bisschen Empathie und gesunden Menschenverstand besitzt (aka Zeichen des Desinteresses, siehe letzter Post). Und ja, auch wenn die Typen genauso brennend an mir interessiert sind, wie ich an ihnen, erwarte ich ein Mindestmaß an Höflichkeiten. An respektvollen Umgangsformen. Und dann, nach ein paar Bier, wenn ich bei der Verabschiedung denke, dass es doch irgendwie ganz nett war und vielleicht ja bei einem eventuellen zweiten Treffen möglicherweise gegebenfalls der Funke überspringen könnte - ja, dann ist es wiedermal passiert. Ich will, dass er mich will. Aber nicht, weil ich ihn will, sondern nur, weil ich will, dass er mich will. Und drei nachrichtenstille Wochen später habe ich schon seinen Namen vergessen. So wichtig ist mir das.

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